GEDANKEN AUS DEM MONAT DER STILLE
liebe Chante etan freunde und interessierte
Ich sitze hier am tisch von meinem Chante etan gästehaus. Ich schaue mich um und betrachte die aufgehängten poster der konzerte und anlässe , welche ich zusammen mit freund Claude Jaermann in den vergangenen jahren organisiert habe. An einer anderen wand hängen fotos aus meinen Greenpeace zeiten. Sieben jahre auf hoher see war eigentlich schon noch lange… denke ich , und daneben ein portrait von meinem langjährigen , einzigartigen freund John Artischocker , welcher schon vor so langer zeit ins land zog wo es keine schmerzen mehr gibt. Eine weitere wunderbare erinnerung , das bild von Gerald (Jerry) Yellowhawk und mir aus einer reportage für das "schweizer familie" magazin. Und dann natürlich all die wunderbaren menschen , welche hier in diesem haus wohnten und welche ich auf meinen reisen führen und begleiten durfte. Gesichter huschen durch meine gedanken und viele davon auch durch mein herz. So viel schönes und gutes ist geschehen.
Meine stimmung und gedanken aus der vergangenheit wälzen sich langsam in die gegenwart und nähere zukunft. Das jahr ist noch neu und ich bin am planen und machen. In einer woche bin ich für die nächsten zwei monate wieder zurück in der schweiz. Diese zwei monate beinhalten öffentliche und geschlossene workshops , ein wunderbares Benefizkonzert mit Visualshow , sowie einer kleinen kunstausstellung zusammen mit Schwester Bettina im wunderschönen Savognin im graubünden (nähere Angaben zum Konzert siehe unten. Infos zu Savognin am 24/25. April folgen zu einem späteren Zeitpunkt).
Ich bin sehr dankbar von den geplanten vier Chante wakan reisen bereits drei als ausgebucht anschreiben zu dürfen und vertraue darauf für die thema reise spirit im oktober auch noch ein paar feine leute finden zu dürfen.
Dies geschrieben , bin ich in grosser dankbarkeit , gerade auch weil es in der aktuellen zeit mit dem trump-regime für viele menschen nicht mehr stimmig ist in die usa zu reisen , was ich im grossen bild nachvollziehen kann.
Ich fühle mich und bin mit meiner arbeit in dem sinne nicht so betroffen , weil ich mich mit der prärieindianischen kultur in einer ganz anderen thematik bewege und meine reise-interessenten das ganze subjektiver ansehen. trump und co. repräsentieren mittlerweile eine minderheit in Amerika. Aber ja , es sind aussergewöhnliche zeiten und viele menschen , organisationen und institutionen , vorallem auch in der indigenen gesellschaft , leiden unter diesem regime.
Eine verrückte anweisung aus dem «departement of the interior» kam letzthin heraus: Dass in allen nationalparks die geschichtstafeln , welche historische angaben zu genozid , massakern und sklavenhalterei haben , entfernt werden müssen. So auch die indigenen beschreibungen der schlacht am little big horn zwischen der us kavallerie und den Lakota/Cheyenne verteidigern und wie es überhaupt dazu kam. Zum glück geht das jetzt alles noch zuerst vor die gerichte ….. Persönlich hoffe und denke ich , dass das nicht durchkommen wird. Aber allein nur der gedanke so etwas umsetzen zu wollen ist schon krank.
Ich orientiere mich stets am positiven und denke: Die vereinigten staaten beherbergen , nebst den wunderschönsten landschaften und naturreservaten , X-millionen von feinen , freundlichen und zuvorkommenden menschen. Millionen welche gegen die ungerechtigkeiten protestieren und die amerikanische verfassung verteidigen. Die grosse hoffnung liegt auf den kommenden wahlen im november , welche hoffentlich eine intelligente , positive , politische veränderung mit sich bringen wird.
Je länger je mehr habe ich das gefühl und das grosse bedürfnis einfach in der stille zu verweilen. In der natur zu sein und mein eigenes ding zu machen (was ich auch je länger je mehr machen werde) , um daraus freude , inspiration und musse zu schöpfen. Die welt ist bunt, riesig und schön. Es erscheint unmöglich ALLES in EINER lebenszeit zu vereinbaren. «No time to waste» hat mir mein freund Walo Kamm (Globetrotter Gründer) gesagt. Wir alle tragen , jeder auf seine weise , verantwortung , aufgaben und sinn im leben , was für ein grosses privileg.
Morgen darf ich wieder einmal als brückenbauer wirken und bringe verschiedene Lakota freunde zusammen , welche sich untereinander noch nicht kennen. Diese werden über spirituelle medizinobjekte aus der Crazy Horse zeit lernen und beraten , sowie entscheiden in welcher obhut diese artefakte in zukunft ein würdiges zuhause finden. Mit einer anschliessenden Inipi/Schwitzhütte zeremonie wird der tag für mich , zusammen mit den glühenden steinen in die zeitlosigkeit des momentes verschmelzen.
Sprich zeitlosigkeit ; während meiner Greenpeace zeit hatte ich im golf von mexiko ein traumatisches erlebnis mit einem ca. drei meter grossen Tigerhai. Ich dachte mein ende sei gekommen , aber zum glück war es noch nicht meine zeit. Nach all den jahren konnte ich dieses trauma vor zwei wochen aufarbeiten. Mit einem experten und drei verrückten irländern zusammen waren wir draussen im karibischen atlantik , mehrere km von der küste entfernt im golfstrom. Die strömung war zu stark und der kapitän hat entschieden , dass der käfig nicht ins wasser gelassen werden kann und wir daher mit einem seil rausgehen. «Es kommt schon gut» hat er gesagt… «und es habe hier selten Weisse Haie». Mit einem verschlucken im hals habe ich gedacht , das sage ich ja auch immer , «es chunt scho guet»…. Vor lauter angst habe ich glatt mein trauma vergessen und gedacht: also jetzt oder nie.
So stiegen wir , vier verrückte und der Haiexperte in den weiten atlantik und hielten uns am seil fest , welches uns ca. zwanzig meter vom boot wegtrug. Der guide machte fotos mit der unterwasserkamera. Ich wollte noch winken da sah ich diese schatten aus der tiefe hochsteigen. Ein mächtiger bullenhai kam direkt auf mich zu , meine angst wandelte sich in demut und respekt. Ein krieger des meeres , welcher mich mit wenig aufwand umbringen könnte. Wir schauten uns in die augen und alles was ich empfinden durfte war Mitakuye Oyasin , wir sind alle miteinander verbunden. Ich fühlte seinen respekt für mich , seine augen 400 millionen jahre alt. Diese intelligenten tiere schwammen durch die meere als es noch keine bäume gab.
Ein zeitloser moment , wie die glühenden steine und derer uralten Lakota lieder in der Inipi/Schwitzhütte.
Oft rennen wir mit unserem ego durch das leben und kommen doch nie an , weil wir der zeitlosigkeit zuwenig platz schenken und dabei nicht erkennen , dass unsere existenz im ion der zeit nur staub im wind ist. Das ist alles.
Unserer aller vorfahren , welche als menschen aus der natur und deren gesetzgebung in würde lebten und überlebten , zelebrierten diese zeitlosigkeit mit ihrem wissen und ihren riten inmitten ihrer ALLER menschlichkeiten.
Die Lakota / Cheyenne / Crow und andere nationen leben heute auch nicht mehr mit und von der natur , aber einige davon halten immer noch den schlüssel in der hand die zeitlosigkeit mit ihren zeremonien geschehen zu lassen , um unsere herzen zu füllen mit kraft, würde und sinn.
In tiefer dankbarkeit gegenüber all den feinen menschen welche unseren Chanku luta fonds unterstützen kann ich versichern , dass viele dieser mittel direkt in die traditionellen zeremonien und deren logistik und aufwand fliessen um dem zauber des lebens die möglichkeit zu schenken für uns alle die zeitlosigkeit mit-aufrecht zu erhalten.
Dankeschön und danke für eure zeit.
Good night and good luck.
Chante etan / von Herzen
Charly
wo-lakota-to-cho / kinya-luta / hoksi-hakakta-kola
Band: HEROES & HONEY
Album: the RETURN of the BUFFALO
Benefiz-Konzert zu Gunsten von Chanku Luta Fonds
Unter dem Schirm von Claude Jaermann und Charly Juchler / Mit Unterstützung von Sequoia Crosswhite und Kids
--> HEROES & HONEY (offizielle Website der Band)
--> Tickets online kaufen (Eventfrog.ch)
Tickets können auch vor Ort an der Eingangskasse gekauft werden:
Eintritts-Ticket Erwachsene: CHF 35
Eintritts-Ticket Kinder bis 12 Jahre: CHF 20
In Erinnerung an einen wunderbaren Menschen, Freund und Begleiter von Chante etan
Sunrise: 1936
Sunset: 2026